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Übersicht über die Präterito-Präsentien im AlthochdeutschenBearbeiten

Ab-

Laut-

reihe

Präsens Indikativ

Infinitiv

Präteritum

Indikativ

Bedeutung

1. u. 3.

Pers.

Sing.

2.

Pers.

Sing.

1. u. 3.

Pers.

Plur.

1. u. 3.

Pers.

Sing.

I.

weiz

weist

wizzun

eigun

wizzan

wissa

wissen, erkennen

haben, besitzen

II.

toug

tugun

tohta

taugen, sich

eignen, nützen

III.

an

kann

darf

gitar


kanst

darft

gitarst

unnun

kunnun

durfun

giturrun

unnan

kunnan

durfan

onda

konda

dorfta

gitorsta

gönnen

kennen, können

bedürfen, brauchen

wagen

IV.

scal

ginah

scalt

sculun

sculan

scolta

sollen, müssen

im Überfluss haben

V.

mag

maht

magun

mugun

magan

mugan

mahta

mohta

können, vermögen

VI.

muoz

muost

muozun

muosa

können, dürfen

Die Flexionsformen der Präterito-Präsentien im PräsensBearbeiten

Die Präsensformen der Präterito-Präsentien stimmen mit den (ehemaligen) Präteritumsformen der starken Verben überein. Deshalb zeigen die 1. und 3. Person Singular Indikativ Ø-Endung: ih darf, er darf.

Die Form der 2. Person Singular weicht von der der starken Verben ab. Sie hat den Ablautvokal des Singulars und die alte Personalendung -t, nicht -i: darft gegenüber wurfi.

Die Pluralformen zeigen je nach Ablautreihe gegenüber dem Singular Ablaut. Die charakteristischen Endungen lauten wie bei den starken Verben -un, -ut, -un: wir durfun, ir durfut, sie durfun.

Die Konjunktivformen entsprechen den Konjunktivformen der starken Verben im Präteritum. Sie haben also den Ablautvokal des Indikativ Plural, und sie zeigen durchgehend den Endungsvokal ī, der im Auslaut zu i verkürzt ist, also ih durfi, dū durfis usw.

Die Flexionsformen der Präterito-Präsentien im PräteritumBearbeiten

Die Präteritumsformen der Präterito-Präsentien sind - was die Endungen angeht - regelmäßig schwach gebildet. Die schwache Endung tritt an das Grundmorphem in der Ablautstufe des Plural Präsens an.

Auf das charakteristische Dentalsuffix -t- folgen im Indikativ die Endungen -a, -ōs, -a, -un, -ut, -un, also ih dorf-t-a, dū dorf-t-ōs usw., im Konjunktiv die Endungen -i, -īs usw.

Das Antreten der schwachen Präteritumsendung hat bei allen Präterito-Präsentien bestimmte Abweichungen in den Formen verursacht, die im Einzelnen erklärt werden müssen:

  • Wo das Grundmorphem im Plural Präsens den Vokal u enthält, erscheint im schwachen Präteritum der Vokal o: z. B. durfun und dorfta.
  • Nach Nasal erscheint das Dentalsuffix nicht als t, sondern als d: z. B. onda, konda.

LiteraturBearbeiten

Bergmann/Pauly/Moulin: Alt- und Mittelhochdeutsch. Arbeitsbuch zur Grammatik der älteren deutschen Sprachstufen und zur deutschen Sprachgeschichte, 7., überarbeitete Auflage, Göttingen 2007.